Ein Sturm hatte Mitte Dezember für starken Regen auf Costa Rica gesorgt. Besonders betroffen war die nördliche Region der Insel. Innerhalb von zwei Tagen machte sich ein WSPA-Team auf, um die Situation vor Ort einzuschätzen.
Nach Ankunft des Teams am 15. Dezember wurde ein Treffen mit dem lokalen Tierschutzbund (SENASA) und dem Zivilschutz organisiert. Dabei wurde unser Team über die Lage informiert und sicherte seine volle Unterstützung bei den Rettungsmaßnahmen zu. SENASA und der Zivilschutz hatten bereits die am stärksten betroffenen Kommunen entlang des Flusses Sarapiquí lokalisiert.
Nach der Lagebesprechung fuhr unser Team, zusammen mit Mitgliedern von SENASA, in die betroffenen Gegenden, um die Familien vor Ort zu besuchen. Während der Fahrt konnte man bereits erkennen, dass die meisten der Tiere die Flut überlebt hatten. Trotzdem war klar, dass die darauffolgenden 15-30 Tage schwierig werden würden, da ein Großteil der Nahrung bei der Flut vernichtet wurde. „Der Regen und die überfluteten Flüsse sind nach solch einer Katastrophe nicht die einzigen Probleme für Mensch und Tier: Auch knapp gewordene Nahrungsressourcen für die Tiere und die erhöhte Infektionsgefahr stellen zwei wesentliche Schwierigkeiten dar“, berichtete der leitende Arzt des WSPA Katastrophenhilfeteams Dr. Vásquez.
Während das Team mit dem Boot unterwegs war, bemerkte es eine im Fluss schwimmende Kuh. Dr. Vásquez erklärte uns, dass die Tiere durch die Strömung immer weiter in die Mitte des Flusses getrieben werden, wo sie dann, erschöpft vom Schwimmen, ertrinken. Das Team musste es schaffen die Kuh an den Rand des Flusses zu bewegen. Mit Hilfe des Bootes gelang es letztendlich das Tier ans Ufer zu lenken. „Eine Rettung, ohne das Tier zu berühren“ ist nach Dr. Vásquez „der beste Weg überhaupt“.
Am zweiten und letzten Tag der Reise machte sich das Team auf zu den Gemeinden, die immer noch über Land zu erreichen waren. Hier ist es wichtig die Tiere medizinisch und die Menschen mit Notfallpaketen zu versorgen. Mitarbeiter von SENASA werden uns bei der Verteilung der Lieferungen vor Ort unterstützen. Schätzungsweise werden wir ungefähr 2000 Tiere versorgen können.

Kommentare